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Was ich neulich hier über Mit den Augen meiner Schwester von Julie Cohen schrieb, hat die Autorin Kerstin Michelsen gelesen.

Ne ganze Reihe Chicks

Ne ganze Reihe Chicks ;o)

Und da in Ihrem Buch Sushi oder Labskaus auch ein klitzekleines bisschen Rote Bete vorkommt, hat sie mich gefragt, ob ich es lesen und rezensieren würde. Ich durfte mir sogar aussuchen, ob ich lieber das eBook oder das Taschenbuch lesen möchte. Als Bookcrosserin hab ich mich natürlich für ein Buch aus Papier entschieden, denn das können demnächst auch noch andere Bookcrosserinnen lesen und ebenfalls ihre Meinungen darüber kundtun.

Sushi oder Labskaus von Kerstin Michelsen

Worum geht es? Um Flo, die eigentlich Florence heißt, aber das kann natürlich kein Mensch richtig aussprechen. Flo lebt in der Provinz und ist die typische ChickLit-Besetzung: Ende 20, gut aussehend, Single. Sie will nach Hamburg (wer wollte das nicht? ;-)), u.a. weil ihre Freundinnen inzwischen beide dort (bzw. hier) leben. Das klappt schon nach der ersten Bewerbung.
Flo landet in einem Hamburger Gewerbegebiet in einer Knopffabrik (die Affinität der Autorin zu Knöpfen wird leider nirgends erklärt. Aber offensichtlich weiß sie eine ganze Menge über Knöpfe, ich nach dem Lesen nämlich auch). Ihr Chef Justus, der Juniorchef der Firma, sieht erstens aus wie Hugh Grant, ist ein ziemlicher Macho und kann seine Finger einfach nicht von seinen Assistentinnen lassen, was auch Flo zu ihrer Begeisterung zu spüren bekommt. Aber da gibt es ja auch noch den Lagerarbeiter Jan, der plötzlich bei Flo im Waschkeller ihres Mietshauses steht. Und der im richtigen Leben ein begnadeter Künstler ist. Und dessen Leibgericht Labskaus ist. Und in Labskaus gehört was?? Richtiiiiiig: Rote Bete.
Neben der Frage, wie man eigentlich die Finger wieder sauber kriegt, wenn man ohne Handschuhe Rote Bete geschnibbelt hat, ist die zweitwichtigste Frage in Flos Leben also, welchen der beiden Männer sie mehr liebt: den Sushi essenden Justus oder den bodenständigeren Jan (den Labskaus-Esser).
Wo das alles hinführt, kann man gleich zu Anfang des Buches lesen, es beginnt nämlich mitten in Kapitel 13. Tolle Idee! Das Buch ist flott, witzig und freundlich geschrieben, ich hab es gern und schnell gelesen (und dabei Flos beruflichen Aufstieg wohlwollend zur Kenntnis genommen).
Für das nächste Buch wünsche ich mir vielleicht noch sowas wie eine weitere Erzählebene oder noch ein bisschen mehr „wirkliche“ Dramatik. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass auch die „nicht ganz so Hauptpersonen“ noch näher ausgeführt werden, die blieben teilweise etwas flach.

Im Blog von Tintenhain gibt es eine viel gekonntere Rezension zu dem Buch. Ich hab sie gottseidank erst gefunden, als ich meine Meinung hier schon hergeklickert hatte. Die Rezensentin dort erwähnt auch einen Aspekt, der mir auch aufgefallen ist: das Buch ist wirklich gut lektoriert. Als Grafikerin muss ich noch erwähnen, dass der Zeilenabstand zwar etwas zu groß ist — aber die Typografie passt sehr gut zum Inhalt!

Wenn ich Euch jetzt den Mund wässrig gemacht hab, können sich die Bookcrosserinnen unter Euch für den Bookring anmelden. Alle anderen müssen sich das Buch (oder das preiswertere eBook) kaufen. Dazu könnt Ihr auf das Bild vom Buch klicken, das ist verlinkt.

Und für alle stelle ich demnächst mal ein vegetarisches Rezept für Labskaus ein, der ist sowieso viel leckerer als dies Zeug mit Corned Beef. Ich muss nur erst glutenfreien Räuchertofu kaufen (ist nicht so einfach).

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